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Badische Zeitung vom Samstag, 14. Juni 2008

Eine keltisch-römische Romanze 

Jeden Samstag führt die Göttin Abnobae Teilnehmer der "Römertour" durch Badenweiler Von unserer Mitarbeiterin Sigrid Umiger

Rundgang durch Badenweiler auf den Spuren der Römer — für Fremde und Einheimische

BADENWEILER. Durch die Fauststadt Staufen streift Mephisto. In Badenweiler dem "aquae-aillae" lädt die keltische Göttin Abnoba ein, mit ihr auf den Spuren der Römer zu wandeln. Geschichte hautnah erleben, das ist das Programm. Möglich macht beide kultur-historische Zeitreisen das Outdoor-Theater Staufen.

Das außergewöhnliche Theaterprojekt führt jeden Samstag, ab 10:30 Uhr — von April bis Oktober — durch die Geschichte der römischen Badekultur in Badenweiler. Und, da die Römer keine Kostverächter waren, sind kulinarische Genüsse inklusive. Die Gäste wandeln mit der keltischen Prinzessin Abnoba durch die Jahrhunderte in Badenweiler und lernen durch sie das Baden nach Römerart kennen.

Susanne Deutler, Eventmanagerin des Outdoor-Theaters, stammt aus Oberweiler und hatte die Idee für die "Römertour" . Das wurde von der Gesellschaft Badenweiler-Thermen-Touristik (BTT) begeistert aufgenommen. Der Schauspieler und Künstlerische Direktor des OutdoorTheaters Rainer G. Mannich schrieb den Text, entwarf die Kostüme und führt Regie bei dem Theaterprojekt.

Abnoba, die keltische Göttin, gilt als Beschützerin des Waldes, Wildes und der Quellen. Als die Römer vor etwa 2000 Jahren nach Badenweiler kamen, machten sie aus der Keltin die Schutzpatronin der Heilquellen, des Schwarzwaldes und der Jäger "Dianae Abnobae" . Ihr ist ein Weihestein in der Römischen Badruine gewidmet.

Die Römertour durch das Heilbad führt von der evangelischen Kirche zur Cassiopeia-Therme, durch den Kurpark und in die Badruine. Unterwegs erzählt die anmutige Abnobae — professionell verkörpert von der Schauspielerin Margrita Wahrer — ihre rührend-dramatische Liebesgeschichte. Sie beschreibt die Begegnung zweier Kulturen — die der zuerst ansässigen Kelten und der Römer, die das Land besetzt hatten. Und ausgerechnet in einen der Besatzer, den Römer Sennius, hatte sich die keltische Prinzessin verliebt. Eine persönliche Tragödie vor dem Hintergrund des Untergangs der Kelten und dem Übergang zur Römerzeit. Die Liebe spielte eine große Rolle. Nicht nur bei der Göttin Abnobae. Als das um 75 nach Christus gebaute Römische Bad in Badenweiler im Jahr 1785 wieder entdeckt und ausgegraben wurde, fand man eine P-förmige Anstecknadel aus Bronze mit der Gravour: "Si me amas" — wenn du mich liebst. Broschen und Anhänger getreu dem römischen Vorbild sind bis heute Wahrzeichen für Badenweiler und bei jedem Juwelier des Heilbades erhältlich.

Das "P" ist auch Erkennungszeichen bei der Römertour. Wer die kultur-historische Zeitreise erleben will, muss sich vorab anmelden. Die Tour wird in Kleingruppen angeboten und dauert höchstens zwei Stunden. Wer Badenweiler, die Römer und Outdoor-Theater mag, der macht mit — "Si me amas" .

Badische Zeitung vom Freitag, 30. Mai 2008 

Die Liebe zur Zeit der Kelten 

Ein außergewöhnliches Theaterereignis als anregender Spaziergang durch Badenweiler

BADENWEILER/STAUFEN (bf). Eine verträumte Melodie erklingt von der Sofienstraße her. Und schon steht eine seltsam gekleidete Frau mit Lyra mitten unter den erstaunten Gästen. Es ist Abnobae, Kennern Badenweilers als keltisch-römische Göttin bekannt. Ab 7. Juni schildert sie als keltische Prinzessin ihre traurige knapp 2000 Jahre alte Liebesgeschichte allen, die einen etwas anderen Zugang zu Badenweiler suchen. Es geht bei dieser Art der "Stadtführung" weniger um kunsthistorische Einblicke oder geschichtlich korrekte Fakten, als vielmehr um Atmosphärisches, sinnliches Nachspüren einer möglichen Geschichte.

Die Orte, an die Abnobae die Zuschauer führt, werden zu Bühnenbildern, verdichten sich zu Erlebnsräumen. Hinter der Kirche wähnen sich die Theaterbesucher vor dem Tempel. Der Eingang zum Markgrafen Bad wird zum Amphietheater, und die römischen Thermen erwachen zum Leben, wenn die keltische Prinzessin zwischen den Mauern herumspringt und ihre Erinnerungen an den Geliebten vor unsere Augen zaubert. Der Kurpark wird zum Urwald.

Eingebunden in die tragische Liebe zwischen der Keltin und dem Römer, die vor dem Hintergrund des Untergangs der Kelten in die römische Kultur spielt. So wenig dies ein kunsthistorischer Rundgang ist, so wenig ist es Theater von der Bühne herunter. Vielmehr beziehen die Darsteller die Gäste ein. Sie dürfen mitspielen, die Kraft der Bäume spüren oder bei einer Pause Kulinarisches genießen.


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